Einspeisemanagement zu §6 EEG (EEG 2009)

Handlungsbedarf zum Einspeisemanagement nach EEG 2009

18.11.2010 rei - Zum novellierten EEG-09 haben wir bereits in den letzten beiden Rundschreiben Stellung genommen. Hier sorgten uns vor allem die §6ff mit der Regelung des Einspeisemanagements und dessen Konsequenzen für Anlagen ab 100 KW Leistung.

Leider war unsere zuletzt angekündigte Initiative zur gesetzgeberischen Absetzung der Vorgaben nach §6ff EEG kurzfristig noch nicht erfolgreich. Obwohl alle Parlamentarier die aufgezeigte Problematik anerkannt haben, hätte es für eine Änderung einer Gesetzesnovellierung bedurft, und dazu reichte zum Einen die Zeit nicht mehr, und zum Anderen wäre eine Novellierung derzeit auch politisch nicht durchsetzbar gewesen. Bei der nächsten Novellierung 2012 soll dies aber wieder aufgegriffen werden.

Das heißt im Klartext, dass der Gesetzes Inhalt weiterhin zu erfüllen ist, so dass also die erforderlichen Geräte vorgehalten und eingerichtet werden müssen.

Gleichzeitig hat zum 4.10.10 die EEG-Clearingstelle eine Empfehlung veröffentlicht, welche die im EEG genannte „betriebliche Einrichtung“ auch als telefonische oder SMS-Benachrichtigung zulässt, aber immer zur „sofortigen“ Umsetzung. Das Recht zur Bestimmung, ob diese Art der telefonischen Umsetzung gewählt wird, oder weiterhin die technische Umsetzung mittels Funk-Rundsteuerempfänger genutzt wird, überlässt die Clearingstelle aber allein dem EVU.

Hier muss sich der Betreiber mit dem EVU einigen. Immerhin hat die Clearingstelle diese Möglichkeit offen gelassen, und  uns sind derzeit mehrere EVU bekannt (EW-Mittelbaden, SWU, Fair-Energie), welche nach der Empfehlung der Clearingstelle handeln und den Betreibern die betriebliche Lösung freigeben.

Dabei muss der Betreiber aber ständige  Erreichbarkeit und Bereitschaft gewährleisten, und die Anlage bei Anforderung „sofort“ zurückfahren.

Laut Clearingstelle muss dabei keine gestaffelte Abschaltung erfolgen. Das sieht das Gesetz auch nicht vor. Es genügt, wenn bei Anforderung durch das EVU eine Komplettabschaltung erfolgt.

Für uns bedeutet dies für Anlagen ab 100 KW Leistung konkret:

  1. Eine fernabfragefähige Lastgangmessung muss installiert sein
  2. Ein vom EVU vorgegebener Funk-Rundsteuerempfänger oder, in Abstimmung mit dem EVU, auch eine telefonische Anforderung, können zur Abschaltung verwendet werden.
  3. Das muss konkret jeder Betreiber mit dem zuständigen EVU vereinbaren.
  4. Es muss kein großer Umbau der Steuerung erfolgen, um die von den EVU vorgegebenen Staffelungen umsetzen zu können. Es genügt eine Vollabschaltung. Dazu kann beispielsweise ganz einfach der Funk-Rundsteuerempfänger in den bei jedem Kraftwerk vorhandenen Netzschutz eingebunden werden, und dann läuft dies wie bei einem Gewitter. Solange die Anforderung da ist, steht das Kraftwerk, und wenn die Anforderung wieder zurückgenommen wird, kann das Kraftwerk wieder ans Netz.
  5. Natürlich müssen die Wassermassen über eine Wehranlage abgeführt werden, mit allen Risiken, die es dabei gibt. Aber nachdem fast alle EVU im Süddeutschen Raum bekennen, dass eine Abschaltung derzeit für die nächsten Jahre nicht oder kaum absehbar ist, gehen wir davon aus, dass die Anforderung nach §6ff  EEG derzeit auch kaum ausgelöst wird.

Bitte kümmern Sie sich deshalb dringend um diese Angelegenheit und klären Sie mit Ihrem EVU ab, ob eine fernabfragefähige Lastgangmessung installiert werden muss und mit welcher Methode Ihr EVU das Einspeisemanagement umsetzen wird. Dementsprechend müssen Sie die oben aufgeführten Maßnahmen bis spätestens 31.12.2010 ergreifen, um die Einspeisevergütung nach EEG nicht zu verlieren.

Für 2011 ist für alle Anlagen, die noch nicht nach EEG 2009 vergütet werden, wegen der hohen EEG-Umlage nach EEG §37 auch die Direktvermarktung hochinteressant. Wer eine fernabfragefähige Lastgangmessung hat, könnte für 2011 zu einem Preis von derzeit ca. 9,0 bis 10 Cent/ kWh direkt vermarkten, je nach Marktgeschehen, Einstiegszeit und Abnehmer bzw. Händler.

Nach EEG §17 ist eine Ummeldefrist von 1 Monat erforderlich. Früheste Einstiegsmöglichkeit ist deshalb ab Dezember 2010 nur noch der Februar 2011 oder folgende.

Der Verband kann nicht wirtschaftlich tätig sein und kann deshalb nur Möglichkeiten aufzeigen, jedoch keine weitere direkte Unterstützung bieten. Wir beobachten aber den Markt und informieren Sie weiter per Mitgliederbrief und Internet.

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